Unterrichtsmaterial Wirbeltiere - 01 - Pflanzen, Tiere & Mensch

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pdf-Arbeitsblatt

Wirbeltiere - 01 - Pflanzen, Tiere & Mensch

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Informationen

Einreihung im Stoffplan bzw. im Lehrplan der Schule

Typ :Arbeitsblatt mit Lösungen
Format :pdf-Dokument
Fach :Biologie (Tiere & Pflanzen, Zoologie & Botanik)
Lektionsreihe :Wirbeltiere
Stufe :Sekundarstufe 1, Realschule, Sekundarschule, Hauptschule
Klasse :7. Klasse, 1. Oberstufe

 

Vorschau

Arbeitsblatt für die Schüler und SchülerInnen zum Ausfüllen und das Lösungsblatt als Kopiervorlage für die Lehrerin oder den Lehrer in einer pdf-Datei

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Transkript

Rohfassung der Texte und Aufgaben des Arbeitsblattes und der entsprechenden Lösungen

 

Pflanze, Tier oder Mensch ? Auszüge aus dem Roman über die Geschichte der Philosophie SOFIES WELT von Jostein Gaarder.

Seite 124f. »Was ist der Unterschied zwischen einer Pflanze, einem Tier und einem Menschen?« Sofie sah sofort ein, daß es hier ziemlich klare Unterschiede gab. Sie glaubte zum Beispiel nicht, daß eine Pflanze ein besonders kompli- ziertes Seelenleben hatte. Wann hatte sie je von einer Glockenblume mit Liebeskummer ge- hört? Eine Pflanze wächst, sie nimmt Nahrung auf und produziert kleine Samenkörner, durch die sie sich vermehrt. Und damit ist wohl das meis- te über das Wesen der Pflanzen gesagt. Sofie überlegte sich, daß alles, was sie über die Pflanzen gesagt hatte, doch wohl auch für Tiere und Menschen galt. Aber die Tiere hatten au- ßerdem noch andere Eigenschaften. Sie konn- ten sich zum Beispiel bewegen (wann hätte je eine Rose an einem 60-Meter-Lauf teilgenom- men?). Es war schon schwieriger, den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier auf- zuzeigen. Die Menschen konnten denken, aber das konnten Tiere doch auch? Sofie war davon überzeugt, daß ihre Katze Sherekan denken konnte. Sie konnte sich jedenfalls ganz schön berechnend aufführen. Aber konnte sie über philosophische Fragen nachdenken? Konnte die Katze sich den Unterschied zwi- schen einer Pflanze, einem Tier und einem Menschen überlegen? Wohl kaum! Eine Katze konnte sicher froh oder traurig sein - aber frag- te sich die Katze, ob es einen Gott gab oder ob sie eine unsterbliche Seele hatte? Sofie fand das ungeheuer zweifelhaft. Aber hier galt natürlich dasselbe wie für das Baby und die angeborenen Ideen. Mit einer Katze war es genauso schwer, über diese Ideen zu reden, wie mit einem neu- geborenen Baby.

Seite 133ff. Aristoteles' Logik Der Unterschied zwischen »Form« und »Stoff« spielt auch eine wichtige Rolle, wenn Aristote- les1 beschreibt, wie der Mensch die Dinge auf der Welt erkennt. Wenn wir etwas erkennen, dann ordnen wir die Dinge in verschiedene Gruppen oder Kate- gorien ein. Ich sehe ein Pferd, dann sehe ich noch ein Pferd - und dann noch eins. Die Pfer- de sind nicht ganz gleich, aber es gibt etwas, das allen Pferden gemeinsam ist, und das, was allen Pferden gemeinsam ist, ist die »Form« des Pferdes. Was unterschiedlich oder individuell ist, gehört zum »Stoff« des Pferdes. So wandern wir Menschen durch die Welt und sortieren die Dinge in verschiedene Schubladen ein. Wir plazieren die Kühe in den Kuhstall, die Pferde in den Pferdestall, die Schweine in den Schweinekoben und die Hühner auf den Hüh- nerhof. Dasselbe passiert, wenn Sofie Amund- sen ihr Zimmer aufräumt. Sie stellt die Bücher ins Bücherregal, steckt die Schulbücher in die Schultasche und die Zeitungen in die Kommo- denschublade. Die Kleider werden ordentlich zusammengefaltet - die Unterhosen in ein Fach, die Pullover in ein anderes und die Socken in eine Schublade. Merke dir, daß wir in unseren Köpfen dasselbe machen: Wir unterscheiden zwischen Dingen, die aus Stein gemacht sind, Dingen aus Wolle und Dingen aus Gummi. Wir unterscheiden lebendige und tote Gegenstände, und wir unter scheiden zwischen »Pflanzen«, »Tieren« und »Menschen«. Kommst Du mit, Sofie? Aristoteles wollte also im Mädchenzimmer der Natur gründlich auf- räumen. Er versuchte nachzuweisen, daß alle Dinge in der Natur zu verschiedenen Gruppen und Untergruppen gehören. (Hermes2 ist ein lebendes Wesen, genauer gesagt: ein Tier, genauer gesagt: ein Wirbeltier, genauer gesagt: ein Säugetier, genauer gesagt: ein Hund, ge- nauer gesagt: ein Labrador, genauer gesagt: ein Labradormännchen.) Geh auf Dein Zimmer, Sofie. Nimm irgendei- nen Gegenstand vom Boden hoch. Egal, was Du auch aufhebst, Du wirst entdecken, daß das, was Du berührst, zu einer höheren Ord- nung gehört. An dem Tag, an dem Du etwas siehst, was Du nicht klassifizieren kannst, er- leidest Du einen Schock. Wenn Du zum Bei- spiel ein kleines Dingsbums entdecktest, von dem Du nicht mit Sicherheit sagen könntest, ob es zum Pflanzenreich, zum Tier reich oder zum Mineralreich gehört - ja, ich glaube, Du wür- dest nicht wagen, es anzufassen. Pflanzenreich, Tierreich und Mineralreich, habe ich gesagt. Ich denke an dieses Gesellschafts- spiel, wo ein armes Würstchen vor die Tür ge- schickt wird, während die anderen sich etwas aus denken, was das arme Würstchen erraten soll, wenn es wieder ins Zimmer kommt. Die anderen beschließen, an die Katze Mons zu denken, die im Moment im Nachbargarten sitzt. Dann kommt das arme Würstchen wieder herein und fängt an zu raten. Die anderen dür- fen nur mit »Ja« oder »Nein« antworten. Wenn das arme Würstchen ein guter Aristoteliker ist - und dann ist es gar kein armes Würstchen -, dann kann das Gespräch ungefähr so verlau- fen: Ist es konkret? (Ja!) Gehört es zum Mine- ralreich? (Nein!) Ist es lebendig? (Ja!) Gehört es zum Pflanzenreich? (Nein!) Ist es ein Tier? (Ja!) Ist es ein Vogel? (Nein!) Ist es ein Säugetier? (Ja!) Ist es das ganze Tier? (Ja!) Ist es eine Kat- ze? (Ja!) Ist es Mons? (Jaaaaaa! Lachen...) Es war also Aristoteles, der dieses Gesell- schaftsspiel erfunden hat. Platon dagegen kommt die Ehre zu, »Verstecken im Dunkeln« erfunden zu haben. Demokrit haben wir ja schon die Ehre zuerkannt, die Legosteine er- funden zu haben. Aristoteles war ein peinlich genauer Mann der Ordnung, der in den Begriffen der Menschen aufräumen wollte. Auf diese Weise hat er auch die Logik als Wissenschaft begründet. Erstellte mehrere strenge Regeln dafür auf, welche Schlüsse oder Beweise logisch gültig sind. Ein Beispiel muß uns reichen: Wenn ich zu erst feststelle, daß »alle lebenden Wesen sterblich sind« (1. Prämisse), und dann feststelle, daß »Hermes ein lebendes Wesen ist« (2. Prämisse), dann kann ich die elegante Schlußfolgerung daraus ziehen, daß »Hermes sterblich ist«. Das Beispiel zeigt, daß es bei Aristoteles' Logik um das Verhältnis zwischen Begriffen geht, in diesem Fall »lebendes Wesen« und »sterblich«. Selbst wenn Du Aristoteles darin recht geben mußt, daß der angeführte Schluß hundertpro- zentig haltbar ist, müssen wir vielleicht zugeben, daß er uns nicht gerade etwas Neues erzählt. Wir wußten schließlich bereits, daß Hermes »sterblich« ist. (Er ist ja ein Hund, und alle Hunde sind »lebende Wesen« - und also »sterblich«, im Gegensatz zu den Steinen im Gebirge.) Doch, Sofie, das wußten wir schon. Aber nicht immer erscheint uns das Verhältnis zwischen Gruppen oder Dingen als so ein- leuchtend. Ab und zu kann es nötig sein, in unseren Begriffen aufzuräumen. Ich begnüge mich mit einem Beispiel: Kann es wirklich sein, daß winzig kleine Mäusejunge bei ihrer Mutter genauso Milch saugen wie Schafe oder Schweine? Das hört sich unleugbar seltsam an, aber wir müssen uns überlegen: Mäuse legen jedenfalls keine Eier. (Wann habe ich zuletzt ein Mäuseei gesehen?) Also gebären sie lebendige Junge - genau wie Schweine oder Schafe. Aber Tiere, die lebendige Junge gebä- ren, nennen wir Säugetiere - und Säugetiere saugen nun einmal bei ihren Müttern Milch. Damit haben wir unser Ziel erreicht. Wir hatten die Antwort in uns, aber wir mußten erst nach- denken. In der Eile hatten wir vergessen, daß Mäuse wirklich bei ihren Müttern Milch sau- gen. Vielleicht lag das daran, daß wir nie Mäu- sekinder beim Milchsaugen gesehen haben. Und das kommt natürlich daher, daß Mäuse sich vor Menschen ein bißchen genieren, wenn sie ihre Kinder füttern. Seite 138ff. Aristoteles' Trittleiter der Natur Wenn Aristoteles im Dasein »Ordnung schaf- fen« will, weist er als erstes darauf hin, daß alles, was in der Natur vorkomme, in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden könne. Einer- seits haben wir seelenlose Dinge - wie Steine, Wassertropfen und Erdklumpen. Ihnen wohnt keine Möglichkeit zur Veränderung inne. Sol- che seelenlosen Dinge können sich laut Aristo- teles nur durch Einwirkung von außen verän- dern. Andererseits haben wir lebende Wesen, denen die Möglichkeit zur Veränderung inne- wohnt. Die Natur, so Aristoteles, schreitet von den unbeseelten Dingen zu den lebenden Wesen allmählich fort. Auf das Reich der unbeseelten Dinge folgt erst das Reich der Pflanzen, die »im Verhältnis zu den leblosen Dingen fast wie beseelt, im Verhältnis zu den Tieren aber fast wie unbeseelt« erscheinen. Schließlich teilt A- ristoteles auch die lebenden Wesen in zwei Untergruppen ein, nämlich in Tiere und Men- schen. Du mußt zugeben, daß diese Einteilung, trotz der spürbaren Unsicherheit in bezug auf die Pflanzen, klar und übersichtlich ist. Zwischen lebenden und nichtlebenden Dingen besteht ein wesentlicher Unterschied. Auch zwischen Pflanzen und Tieren besteht ein wesentlicher Unterschied, zum Beispiel zwischen einer Rose und einem Pferd. Und ich möchte auch mei- nen, daß zwischen einem Pferd und einem Menschen ein wesentlicher Unterschied be- steht. Aber worin genau liegen diese Unter- schiede? Kannst Du mir das beantworten? Ich habe leider nicht die Zeit, abzuwarten, bis Du die Antwort aufgeschrieben und zusam- men mit einem Stück Zucker in einen rosa Briefumschlag gesteckt hast, deshalb antworte ich lieber gleich selber. Wenn Aristoteles die Naturphänomene in verschiedene Gruppen einteilt, dann geht er von den Eigenschaften der Dinge aus, genauer gesagt, was sie können oder was sie tun. Alles Lebendige (Pflanzen, Tiere und Men- schen) hat die Fähigkeit, Nahrung aufzuneh- men, zu wachsen und sich zu vermehren. Tiere und Menschen haben außerdem die Fähigkeit, ihre Umwelt zu fühlen und sich in der Natur zu bewegen. Alle Menschen haben dazu die Fähigkeit, zu denken - oder eben ihre Sinnes- eindrücke zu verschiedenen Gruppen und Klassen zu ordnen. Auf diese Weise gibt es in der Natur tatsächlich keine wirklich scharfen Grenzen. Wir sehen einen gleitenden Übergang von einfachen zu komplizierten Pflanzen, von einfachen Tieren zu komplizierteren Tieren. Ganz oben auf die- ser »Trittleiter« steht der Mensch - der laut A- ristoteles das ganze Leben der Natur lebt. Der Mensch wächst und nimmt Nahrung zu sich wie die Pflanzen, er hat Gefühle und die Fä- higkeit, sich zu bewegen, wie die Tiere, aber er hat dazu noch eine ganz besondere Eigen- schaft, über die nur der Mensch verfügt, näm- lich die Fähigkeit, rational zu denken. Und damit besitzt der Mensch einen Funken der göttlichen Vernunft, Sofie. Ja, ich habe »göttlich« gesagt. An einigen Stellen erklärt Aristoteles, daß es einen Gott geben müsse, der alle Bewegungen in der Natur in Gang gesetzt hat. Und so wird Gott zum absoluten Gipfel auf der Trittleiter der Natur. Aristoteles stellte sich vor, daß die Bewegun- gen der Sterne und Planeten die Bewegungen hier auf der Erde leiten. Aber irgend etwas muß auch die Himmelskörper bewegen. Dieses Etwas nannte Aristoteles den ersten Beweger oder Gott. Der erste Beweger bewegt sich sel- ber nicht, ist aber die erste Ursache der Bewe- gungen der Himmelskörper und damit aller Bewegungen in der Natur.

 



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